Micha und Elisa sind die Stars
von Station fünf
Zwei Hasen geben im Caritas-Altenpflegeheim St. Michael in Heidelberg alten Menschen neue Lebensenergie
caritas-mitteilungen für die Erzdiozöse Freiburg news
Ausgabe vom 1/20008
Hundebesuchsdienste sind zwischenzeitlich recht bekannt in Altenpflegeheimen und auch das Caritas-Altenpflegeheim St. Michael in Heidelberg - eine Einrichtung des Diözesan-Caritasverbandes Freiburg - bekommt regelmäßig Besuch von ausgesuchten Hunden. Ein positiver Effekt ist immer wieder zu beobachten.

Neu ist jedoch, dass jetzt Hasen in St. Michael zu Lieblingen der Bewohner avanciert sind. Seit Anfang des Jahres leben Elisa und Micha
im „Hasenparadies“ im fünften Stock. Dort hat Pflegedienstleiter Klaus Mayer den beiden Hasen ein Zuhause mit viel Auslauf gezimmert. „Wenn ich Hase wäre, würde ich dort leben wollen“, sagt Tierarzt



Ingolf Arend, der die beiden Hasen vermittelt hat. Im Übrigen hoppeln sie auch schon mal durch den Wohnbereich oder kuscheln sich auf eine Bettdecke, um gestreichelt zu werden. Dies sei für Hasen sehr ungewöhnlich, da sie Fluchttiere seien, sagt der Tierarzt. „Da muss schon eine positive Ausstrahlung von den Bewohnern ausgehen.“

Und die Hygiene oder die Stolpergefahr? „Auf den Betten legen wir eine Decke unter“, sagt Stationsleiterin Melanie König. „Und auf den Gängen sind unsere Bewohner sehr achtsam; achtsamer noch als vorher, um den Hasen nicht weh zu tun.“ Melanie König hat in dem zurückliegenden Jahr viel positive Veränderungen bei bettlägerigen oder an Demenz erkrankten Bewohnern beobachtet. Die Bewohner sehen sich in der Pflicht, für die Hasen zu sorgen. Es gibt einen Reinigungs-, Hygiene- und Pflegeplan.

An Demenz erkrankte Bewohner wachten wieder aus ihrer Lethargie auf durch den Streichelreflex und das weiche Fell sowie die Wärme der Hasen. Der Umgang mit den Tieren verursacht Mikrobewegungen, die den Bettlägerigen helfen, Lebensenergie zurück zu gewinnen. Das ging sogar schon so weit, dass sie sich bemüht haben wieder aufzustehen, um nach den Hasen zu sehen. Heimleiter Willi Stütz sagt, dass die beiden Hasen auch bereits eine wichtige Rolle übernommen hätten bei einer Zwischenprüfung für Altenpflegerinnen zum Thema „Tiergestützte Therapie.“
(art)